Eben noch rechtzeitig zum Jahreswechsel im Gregorianischen Kalender konnten wir in der Paraschat “Schmot” (die Namen) des vergangenen Wochenendes, 2. Mose 1,1 – 6,1 über die Begegnung des Mose mit dem Ewigen im brennenden Dornbusch lesen. “Da erschien ihm der Engel GOTTES in einer Feuerflamme mitten aus dem Dornbusches. Er sah, und siehe, der Dornbusch brennt in dem Feuer, doch der Dornbusch wurde nicht verzehrt”. 2. Mose 3,2
Reuven Rubins: Vision der Bibel VI – NAI-Jahrbuch 1998
Diese Begebenheit geschah am Berge Horeb, der auch “Berg GOTTES” oder auch “Berg Sinai” genannt wird und auf dem interessanter Weise Mose auch später die Gesetzestafeln vom Ewigen empfing (siehe Kap 3,12; Kap 19, 20 und 24, 13-18).
Ein weiteres Mal wollen wir uns aus dem Schatzkästlein “Drei Minuten Ewigkeit” von Zwi Braun von den jüdischen Weisen Information über dieses außergewöhnliche Ereignis holen. Der Midrasch enthält eine Fülle von Erklärungen bereit, hören wir hier zunächst Rabbi Jossi: der Dornbusch symbolisiert nach ihm das Exil und die Versklavung des jüdischen Volkes in Ägypten. So wie man eine Hand unbeschadet in den Strauch hineistecken kann, sich jedoch beim Herausziehen schwere Wunden zufügt, so verhielt es sich mit dem Werdegang des des jüdischen Volkes in Ägypten. Der Einladung des Pharao folgend (entsprechend der verführereischen, schmackhaften Beeren!) zog die Familie Jakobws nach Ägypten hinunter, um sich in Goschen, einem fruchtbaren Landstrich niederzulassen. Doch während Jakow noch in Chevron, in der Machpela-Höhle beigestzt wurde, mußte der Leichnam von Josef in Ägypten bleiben. Die nächste Generation wurde bereits unterdrückt und versklavt, an ein Verlassen des Landes war nicht zu denken. Das hebräische Wort für Ägypten ist “Mizrajim” und ist verwandt mit “Mezar” Enge, Bedrängnis. Mozrajim wird am beginn mit einem offenen “mem” und am Ende mit einem geschlossenen “Mem” geschrieben. Auch diese ein Symbol für den Empfang mit offenen Armen uind die verschlossenen landesgrenzen nach dem Abbleben von Josef.
Über den Begriff “Sne” - Dornbusch, lesen wir nur an einer einzigen Stelle in der Tora (und im gesamten Tenach). Mosche segnete die 12 Stämme vor seinem Tod und spricht zu Josef vom “Wohlgefallen dessen, der im Dornbusch Seinen Aufenthalt nahm (=Gott)” – 5. Mose 33,13 . Josef war der erste aus der Familie Jakows, der in das später so dornige und Schmerzen bereitende Ägypten kam!
Im Dornbusch drückt sich auch das Mitgefühl aus, das GOTT für Sein Volk hat. Es ist so, als teile Er Mosche mit: “Ich spüre die Dornen, die dich stechen, auch Ich leide.” So formuiert es auch später Jeschajahu in 63, 9: “In all ihrem Leid ist Ihm leid.” Dieser Gedanke wurde vor allem vom chassidischen Judentum aufgenommen. Die Schechina, die göttliche aAllgegenwart begleitet das jüdische Volk bei seinem Gang durch das Galut (Exil) und leidet u nd zugleich mit ihm erlöst wird. Der Ewige gibt Mosche zu verstehen, dass Er sein Volk nicht im Stich lassen wird.
Eine weitere Erklärung von Zwi Braun liegt darin: der brennende Dornbusch symbolisert das jüdische Volk. Das Feuer ist der Hass, die Feindschaft, die drohende Vernichtung durch den ägyptischen Feind. Doch verbrennt der Busch nicht – dem Pharao ist kein Gelingen seines Vernichtungswillen gegenüber dem jüdischen Volk gegeben. Er kann die “Bne Jisrael – die Söhne Israels” nicht zerstören. Auch im 20. Jahrhundert loderten die Feuer aus den Öfen von Ausschwitz, Maidanek, Treblinka und Sobibor. Hoch schlugen die Flammen in den Himmel um das jüdische Volk zu vernichten. Auch wenn der verlangte Blutzoll riesig war – das jüdische Volk überlebte. In seiner alt-neuen Heimat baute es erneut seine Existenz auf.
Und noch für einen anderen Begriff steht der am Horew wachsenden Dornbusch: “GOTT, der vom Sinai kam, zu Seiner Rechten ward ihnen Gesetz gewordenes Feuer” – 5. Mose 33,2. Die Tora ist das inner Feuer, die nie versiegende Energiequelle des jüdschen Volkes. Die Vorfahren bezogen aus ihr alle Kraft zum Überleben. Zwi Braun wörtlich: “Aus ihr beziehen wir und alle zukünftigen Generationen die Kraft zum Überleben. Am Israel Chai – das jüdische Volk lebt!”
Danke Zwi Braun für diese außerordentliche Lehrstunde über den “Brennenden Dornbusch”. Danke all denen, die in unserer Zeit auch im kommenden Jahr 2008 mit Gebet und Tat ! dem Bundesvolk GOTTES zur Seite stehen – nicht nur gelegentlich, wenn’s mal gerade so “rein paßt” – sondern in Kontinuität – in Treue – und wahrer Herzensliebe – denn Israel war ist und bleibt GOTTES erste und große Liebe! – Gelobt sei GOTT.
wünscht vom Fuße der Hohezollernburg allen Besuchern meines Blogs – AhuvaIsrael – Schalom u’wracha – Frieden und Segen
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