“Wenn Ihr wollt ist es kein Märchen” -zum 150. Geburtstag von Theodor Herzl

Die Geschichte um Theodor Herzl beginnt in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts. Schwere Pogrome in Russland hatten bereits in den 80ziger Jahren zur ersten Auswanderungswelle russischer Juden nach Palästina geführt. Für den jüdischen Journalisten und Schriftsteller Theodor Herzl, Österreicher, (2.05. 1860-1904) wurde die „Dreyfus-Affaire“, 1894 in Frankreich, zum antisemitischen Höhepunkt. Dreyfus, (1859-1935) Hauptmann der Artillerie wurde der Verrats verdächtigt. Gefälschte Beweise reichten aus, um den deutschstämmigen Juden der in der französischen Armee diente, des Verrats schuldig zu sprechen – lebenslange Verbannung nach Französisch Guayana am 22. Dezember 1994. Die französische Öffentlichkeit begrüßte diesen Schuldspruch!

Herzl veröffentlichte daraufhin 1996 seine Gedanken zur „Judenfrage“ in seinem kleinen Buch: „Der Judenstaat-Versuch einer modernen Lösung der Judenfrage“. Er bezog sich auf den in ganz Europa zunehmenden Antisemitismus, mit der Schlussfolgerung: nur durch Gründung eines eigenen Staates sei dem Volk der Juden zu helfen. Dieser Gedanke wurde zu seinem Lebensziel. Neben seinem schriftstellerischen Talent benutzte er die Gabe ein guter Organisator zu sein, rief er eine „zionistische Massenbewegung“ ins Leben und gründete eine jüdische Bank und eine Gesellschaft für den Ankauf von Land in Palästina.

Januar 1897: der Plan einer Einberufung zum ersten „Allgemeinen Zionistenkongress“ nimmt, trotz vieler Widerstände aus den eigenen Reihen, konkrete Formen an. Herzl’s Anliegen: ein Treffen aller Zionisten aus allen Ländern sollen sich kennen lernen und ihre Stellungnahmen abgeben. Die negativen Ergebnisse einer Vorkonferenz in Wien und eine Erklärung der Vorstand des Rabbinerverbandes in Deutschland: „Die Bestrebungen sogenannter Zionisten, in Palästina einen jüdisch-nationalen Staat zu gründen, widerspreche den messianischen Verheißungen des Judentums, wie sie in der Heiligen Schrift und in den späteren Religionsquellen enthalten sind“, stärkten Herzl in seinem Entschluss einen Zionistenkongress abzuhalten. Als Ort des Treffens wurde München gewählt. Die Israelitische Kultusgemeinde München lehnte die Abhaltung des Kongress’ in München ab. Auf Vorschlag von Dr. David Zwi Farbstein, eines Züricher Rechtsanwaltes, wurde schlussendlich der erste „Zionistenkongress“ vom 29.-31. August 1897 in Basel abgehalten.

(2)* Es war ein heißer Sonntagvormittag, als sich am 29. August 1897 196 Delegierte aus 16 Ländern im Baseler Stadt-Casino trafen. Herzl hatte per Einladung verfügt, dass alle in Frack und weißer Halsbinde erscheinen sollten – die Feierlichkeit dieser Versammlung sollte so unterstrichen werden. Herzl eröffnete seine Rede mit den Worten: „Wir wollen den Grundstein legen zu dem Haus, das dereinst die jüdische Nation beherbergen wird.“ Nicht enden wollender Applaus folgte seiner Rede – dieser erste Kongress erwies sich als eine machtvolle Demonstration der Einheit der Juden und der Judenheit. Herzl kehrte von Basel nach Wien erschöpft aber glücklich zurück und schrieb in sein Tagebuch:

„Fasse ich den Baseler Kongress in seinem Wort zusammen – das ich mich hüten werde, öffentlich auszusprechen -, so ist es dieses: ‚in Basel habe ich den Judenstaat gegründet’.

Wenn ich das heute laut sagte, würde mir ein universelles Gelächter antworten. Vielleicht in 5 Jahren, jedenfalls in 50 wird es jeder einsehen.“

Als Herzl im Januar 1904, wenige Monate vor seinem Tod zu einer Audienz beim Papst eingeladen wurde, sagte Papst Pius X.: „Wir können der zionistischen Bewegung nicht zustimmen. Die Juden haben unseren Herrn nicht anerkannt,, daher können wir auch das jüdische Volk nicht anerkennen.“ Die evangelische Kirch Deutschlands in Berlin schloss sich dieser verhängnisvollen Ablehnung an!

Es war eine kleine Schar christlicher Zionisten, die an der Seite Herzls eine enge glaubensstarke Gemeinschaft bildete –  die in der ersten Reihe des Baseler Stadt-Casinos als Geburtshelfer an der Wiege des Zionismus saß und sich nicht allein von ein und derselben Wurzel getragen wussten sondern auch von ein und dem selben Geist getrieben wurde. Hervorgehoben werden muss hier William Hechler***, anglikanischer Botschaftsgeistlicher in Wien. Hechler war von Herzls Buch „Der Judenstaat“ derart beeindruckt, so dass er alles dran setzte um den Autor kennen zu lernen. Er wurde zum engsten Vertrauten Herzls, der wichtige Kontakte herstellte und für Herzl zum auch zum „Türöffner“ in die deutsche Politik wurde.

„Grüßen Sie Alle von mir, und sagen Sie Ihnen, ich habe mein Herz-Blut für mein Volk gegeben.“ Das waren die Abschiedsworte Herzls an Hechler, die dieser der Gruppe übermitteln sollte. Sein behandelnder Arzt erinnerte sich: „Es sind prächtige, gute Leute, meine Volksgenossen! Sie werden sehen, sie ziehen in ihre Heimat ein!“ so Herzl kurz vor seinem Tod am 03. Juli 1904. Auch wenn Herzl selbst die Gründung des Staates Israel nicht mehr erlebte – seine Vision erfüllte sich:

(3)* 50 Jahre nach dem ersten Zionisten Kongress in Basel nahm Israel der UN Teilungsplan vom 29. November 1947 an – der Staat Israel wurde am 05. Ijar 5708 (14. Mai 1948) proklamiert. Die völlige Rehabilitierung Aflred Dreyfus’ führte im Juli 1906 zu dessen Freilassung und Wideraufnahme in die französische Armee. Im August 1994 wurden die Särge Herzls und seiner Eltern nach Jerusalem überführt und fanden ihre letzte Ruhestätte auf dem Ölberg. 2006 folgte die sterblichen Überreste seiner Kinder Pauline und Hans. Die Tochter Margarete Trude überlebte die Schoa nicht.

Israel gedenkt des 150. Geburtstags von Theodor Herzl  mit einem „Herzl-Jahr“. Das Bild enstammt der Fernsehübertragung zum 62. Jahrestag der Proklamation des Staates Israel- SoldtaenInnen der IDF  tragen verschiedene Banner und bilden mit UNtermahlung durch israelische Melodien u.a. das Konterfei von Theodor Herzl.

*** Claude Duvernoy: „Der Fürst und sein Prophet - Theodor Herzl und William Hechler,  die Wegbereiter der zionistischen Bewegung“ –  absolut empfehlenswert:  bei Amazon noch einige gebrauchte Exemplare erhältlich.

Die Theodor Herzl Gedenkstätte auf dem Herzl-Berg in Jerusalem

(2)* und (3)* stammen aus dem NAI-Jahrbuch 1997

Anmerkung AhuvaIsrael: Erinnern wir uns daran, was David Ben Gurion im Zusammenhang mit der Proklamation des Staates Israel am o5. Ijar 5708 sagte: “Wenn die Zeit erfüllt ist, kann GOTT nichts widerstehen”!

GOTTES Zeit war auch mit dem Eintritt Theodor Herzls in die Rückkehr aus der Zerstreuung SEINES Volkes erfüllt – SEINE Wege sind eben höher als die Wege unseres Denkens – GOTT ist nicht von “heiligen” (gläubige) Menschen abhängig – wie wir wissen kann ER sogar einen Esel für SEINE Pläne einsetzen! Es ist demnach durchaus nicht zu widerlegen, dass Theodor Herzl, ein säkkularer Jude, Journalist und Schriftsteller ein Werkzeug GOTTES war – von GOTT selbst auf den Weg gebracht “Zion” wieder zugründen – wie ER es durch die Propheten verkündet hat!

Niemand vermag GOTT zu widerstehen – gelot sei GOTT!

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